Rems-Zeitung | Lokalnachrichten | Sonntag, 08. März 2015
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Ostalb-Leichtathleten hielten in Gschwend ihren diesjährigen Kreistag ab – Es mangelt an qualifizierten Kampfrichtern

Die TSF Gschwend waren gestern Abend Gastgeber für den Kreistag der Leichtathletik im Ostalbkreis. Neben der positiven Rückschau mussten auch Punkte angesprochen werden, die Sorgen machen – so fehlen Kampfrichter und im Vorstand konnten zwei Positionen nicht besetzt werden.

Es hätten mehr Vertreter der Leichtathletik treibenden Vereine des Ostalbkreises anwesend sein können, als der Vorsitzende Peter Seidel gestern Abend im TSF-Vereinsheim in Gschwend den diesjährigen Kreistag eröffnete. Zu Beginn der Sitzung verlas er einen Brief des Präsidenten des Württembergischen Leichtathletikverbandes, Jürgen Scholz, der aus terminlichen Gründen nicht anwesend sein konnte.


Mit dabei war jedoch, auch in Vertretung des Präsidenten, der WLV-Vizepräsident, DLV-Lehrwart und Leichtathletikpionier im Ostalbkreis schlechthin, Fred Eberle, der nach der Begrüßung durch Peter Seidel über das vergangene Jahr Bericht erstattete. Eberle zeichnete ein insgesamt positives Bild für die württembergische Leichtathletik, neben den sportlichen Erfolgen konnte der WLV im vergangenen Jahr auch in finanzieller wieder helles Licht am Ende des Tunnels vermelden. „Es geht bergauf im WLV, die Finanzen sind konsolidiert, wir werden als Leichtathletik-Team im DLV wahrgenommen, obwohl wir ja eher eine Individualsportart betreiben und wir können feststellen, dass die WLV-Vereine und der Kreis wieder zusammen gerückt sind", so Eberle in seinem Bericht. Mit derzeit 98 000 Mitgliedern ist der Verband auf einem Weg, wird aber auch aus demographischen Gründen nicht mehr die weit über den 100 000 liegenden Zahlen der 90er Jahre kommen. Der Freizeit– und Breitensport nimmt im Bereich der württembergischen Leichtathletik einen immer breiteren Raum ein. So wurde „der Begriff des Laufens" als Seminarthema für den Breitensport behandelt.

Sehr erfreut zeigte sich Fred Eberle auch über die Entwicklung im Kinder– und Jugendbereich, beide Altersgruppen etablieren sich gut, auch wenn sie laut Eberle in manchen alten Köpfen noch drin sind. „Der Ostalbkreis ist eine Wiege der Kinderleichtathletik. Aber, ohne Teamgeist geht nichts" Eine Besonderheit im WLV ist die Kooperation mit dem Behinderten– und Rehabilitationssport. So fand im Ostalbkreis ein Lehrgang mit Sportlern mit und ohne Behinderungen statt, eine Möglichkeit der gelebten Inklusion. Eberle betonte in seinem Bericht die gute Zusammenarbeit mit dem Badischen Leichtathletikverband. Tief betroffen gemacht hat am Jahresende 2014 die Leichtathletikfamilie der Tod von Dr. Günther Frey, der sich große Verdienste um die Leichtathletik erworben hatte. Peter Seidel betonte in seinem Bericht, dass die Leichtathletik im Ostalbkreis lebt, allerdings auch mit dem gewichtigen Problem der fehlenden Hallen im Winter. „Insbesondere im Bereich der Laufdisziplinen mit Spikes können wir derzeit nur auf zwei Hallen, in Ulm und Schwäbisch Gmünd, zurückgreifen, das macht uns Sorgen. Allerdings stellt sich zu diesem Thema die Frage, wer hilft, ist es die Politik?", so Seidel.

Sportwart Wilfried Fleck bedauerte in seinem Bericht, dass der Zuspruch an administrativen Veranstaltungen, so auch am gestrigen Kreistag, nachlässt. Es waren gestern nur wenige Vertreter der Vereine anwesend. Positiv bewertete der Sportwart, dass die Athleten und auch die Veranstaltungen im Ostalbkreis, die Organisation und die Umsetzung bewundert werden. „Die gewonnenen Titel zeigen auch die gute Arbeit der vielen Helfer, die ihre Freizeit opfern, aber auch die vorbildlichen Leistungen der Trainer."

Von Problemen, qualifizierte Kampfrichter zu finden, berichtete Kampfrichterwart Gerhard Rieg. So mussten zwei Lehrgänge mangels Beteiligung im vergangenen Jahr abgesagt werden. „Wir müssen uns überlegen, wie wir Werbung für diese wichtige Funktion machen können. Über den Kampfrichter kann man auch Schiedsrichter werden, man kann an deutschen Meisterschaften teilnehmen. Eigentlich eine tolle Sache", so ein etwas ratloser Gerhard Rieg in seinem Bericht.
Jutta Bryxi berichtete für die Kinder– und Jugendbeauftragte, für Eric Schmid und das Team. Schwierig ist laut Bryxi die Nominierung der Kinder und Jugendlichen zum Beispiel beim Jugendkreisvergleich, es wird bei den Jugendlichen die Bestenliste verwendet, allerdings kommen die Einladungen oftmals bei den Jugendlichen nicht an. Hier wird man nacharbeiten müssen. Jutta Bryxi regte auch sogenannte Speedy-Cups an, aus denen im Kinderbereich Bestenmannschaften herauskommen würden, die dann in einem Kinderkreisvergleich ihren Besten ermitteln könnten. Eric Schmid bedauerte ergänzend den mangelnden ehrenamtlichen Einsatz der Eltern, hier wünschte er sich mehr Engagement für die Kinder.

Gewählt wurde gestern auch, weitere zwei Jahre sind folgende Ämter besetzt: Kreisvorstand Peter Seidel, die Beauftragten Kinder und Jugendliche Eric Schmid, Jutta Bryxi, Karin Fuchs und Christine Vandrey, die EDV-Warte Marc Scheloske und Tobias Hirsch, Gerhard Rieg als Kampfrichterwart. Weiter im Amt sind Kassenwart Josef Knecht sowie Schriftführerin Anne Grimm. Nicht besetzt werden konnten die Ämter Lehrwart und Seniorenwart, was bedauert wurde.

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