Ein Skilift als Wanderlift

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Es war weder eine „Schnapsidee“ noch war der Gedanke aus einer Bierlaune heraus geboren, stellte Dieter Fritz fest. Dem Ehrenmitglied bei den TSF-Gschwend tat es leid, dass der Skilift im vergangenen Winter nicht einmal im Betrieb war. Einschlägige Internetseiten wurden besucht und dann stand fest, dass wohl noch niemand einen Skilift zum Wanderlift umfunktioniert hatte, also wurde in Gschwend eine solche Aktion kurzerhand aus der Taufe gehoben.

Wanderer im Lift
Ob Groß, ob Klein - alle hatten viel Spaß, den Lift als Aufstiegshilfe zu nutzen.

Am Gschwender Gemeindeberg war an Himmelfahrt für Ausflügler, Radfahrer und Wanderer deshalb einiges vorbereitet und das Angebot wurde rege angenommen. An der Talstation war eine gemütliche Hocketse im Zelt und in der Hütte im Gange, fleißige Helfer der TSF sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Bei kühlen Getränken und typischen Speisen wie den schmackhaften Skilift – Würsten wurden Hunger und Durst gestillt, dann ließen sich die Besucher vom Skilift mit gemütlichen 3,6 Stundenkilometern den Gemeindeberg hochziehen bis zur Gipfelstation. Aus Ruppertshofen waren Christina Straub und Markus Grupp mit Mountainbikes hergeradelt. Den Versuch, sich auf dem Fahrrad sitzend, hochliften zu lassen, brach Grupp nach 50 Metern ab, da der Lift dafür zu langsam lief. Den Skibügel unterm Gesäß und das Rad nebenher führend, brachten Markus Grupp und seiner Frau schließlich den gewünschten Erfolg.
An der Gipfelstation konnte die klare Aussicht mit einem „Klaren“ aus der Flasche verfeinert werden, dann führte der Weg durch knietiefes Gras abwärts bis zum Eiskeller der Familie Hirth, welcher zur Besichtigung offen stand. Versteckt im Berg und normalerweise mit schweren Stahltüren verschlossen, zählt der Eiskeller zu den aufgelisteten Kleindenkmalen des Ostalbkreises. Wann genau mit dem Bau des Kellers begonnen wurde, ist nicht bekannt. Es gilt jedoch als sicher, dass Teile der Steinblöcke, welche ab 1861 für den Bau der Gschwender Kirche verwendet wurden, aus dem Bau des Kellers stammen. Als ein kurzes Gewitter mit Regen aufzog, füllte sich der Keller schnell mit Wanderern. Bei Kerzenschein, mit Taschenlampen und einem Baustrahler wurde das beeindruckende Bauwerk erkundet. Besitzer Hermann Hirth klärte die staunenden Besucher über die Funktion des Eiskellers auf. In Zeiten, als es noch keine elektrischen Kühlgeräte gab, wurden im Winter in schwerer Handarbeit Eisblöcke aus dem Badsee gesägt, dann auf Handkarren in den Keller gebracht. „Lebensmittel wurden hier keine gelagert“, stellte Hermann Hirth klar. Durch die Größe des Kellers konnten große Mengen an Eis vorgehalten werden und wurde bei Bedarf in der heimischen Metzgerei zur Kühlung von Fleisch- und Wurstwaren verwendet. Als Eiskeller seit Jahrzehnten ausgedient, bleibt das Bauwerk in den Tiefen des Gschwender Gemeindeberg der Nachwelt erhalten.
(Bericht: Wolfgang Pfister)

Die TSF Gschwend bedanken sich bei allen, die zum Gelingen dieser originellen Vatertagsveranstaltung beigetragen haben.



 

Hocketse beim Skiliftwandern
Warteschlange am Einstieg zum Skilift-Wandern.

Hocketse
Die Hocketse an der Talstation war den ganzen Tag über gut besucht und die Skiliftwürste waren
am Ende ausverkauft.

Im Eiskeller
Blick in den Eiskeller, der an diesem Tag geöffnet wurde.

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